Unsere Gemeindesatzung

Die nachfolgende Gemeindesatzung bildet die rechtliche Grundlage für die Gemeinde. Sie hält sich eng an die Mustersatzung des Bundes Freier evangelischer Gemeinden und ist erforderlich, um die Voraussetzungen einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zu erfüllen.

1. Name

a. Die Gemeinde trägt den Namen "Freie evangelische Gemeinde Dissen". Sie gehört zum Bund Freier evangelischer Gemeinden KdöR mit Sitz in Witten (Ruhr), einer Religionsgemeinschaft mit der Rechtsstellung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts.

2. Grundlage und Auftrag

a. Verbindliche Grundlage für Glauben und Leben der Gemeinde ist die Bibel, als das Wort Gottes. In ihrer Gestalt und Ordnung richtet sich die Gemeinde nach dem Vorbild der im Neuen Testament beschriebenen Gemeinden.
b. Die Gemeinde hat den Auftrag, Gott anzubeten, das Wort Gottes zu verkündigen, Menschen unserer Umgebung in missionarisch-diakonischer Verantwortung zu dienen und Gemeinschaft der Glaubenden zu pflegen.

3. Mitgliedschaft

a. Mitglied der Gemeinde kann werden, wer bekennt, dass Jesus Christus sein persönlicher Retter und Herr geworden ist und dass er Vergebung der Sünden empfangen hat. Dieses Bekenntnis setzt die Umkehr zu Jesus Christus voraus. Wir erwarten, dass Auswirkungen dieses Glaubens durch den Heiligen Geist im Leben des Gemeindemitgliedes sichtbar werden.
b. Die Mitglieder der Gemeinde sind füreinander verantwortlich. Nach dem Neuen Testament versuchen wir, Mitgliedern zu helfen, deren Verhalten den biblischen Weisungen widerspricht. Gelingt das nicht, muss der Ausschluss aus der Gemeinde erfolgen.
c. Die Mitgliedschaft erlischt außerdem durch schriftliche Erklärung des Mitglieds, durch Überweisung in eine andere Gemeinde oder durch Streichung, wenn das Mitglied seit längerer Zeit nicht mehr am Gemeindeleben teilnimmt.
d. Der Antrag um Aufnahme in die Gemeinde ist an die Gemeindeleitung zu richten und wird den Gemeindemitgliedern bekannt gegeben. Über die Aufnahme, den Ausschluss oder die Streichung entscheidet die Gemeindeleitung, nach Rücksprache mit den Gemeindemitgliedern.
e. Die Gemeinde führt ein Verzeichnis ihrer Mitglieder.
f. In diesem Verzeichnis werden auch die Kinder der Gemeinde erfasst. Durch kindgemäße Verkündigung erfahren sie, wie man Christ wird und als Christ lebt. Mitglied der Gemeinde können sie erst dann werden, wenn sie zum persönlichen Glauben gekommen sind und dadurch die Bedingung zur Aufnahme erfüllen. Entsprechend den gesetzlichen Vorschriften über Religionsmündigkeit ist in der Regel eine Mitgliedschaft ab dem 14. Lebensjahr möglich.
g. Die Freunde der Gemeinde werden in einem besonderen Verzeichnis geführt, um mit ihnen Verbindung halten zu können.

4. Taufe

a. Die Gemeinde praktiziert die Taufe der Glaubenden; diese ist jedoch nicht Bedingung für die Aufnahme in die Gemeinde.

5. Abendmahl

a. Die Gemeinde feiert regelmäßig mit ihren Mitgliedern das Abendmahl. Andere Christen können als Gäste daran teilnehmen; die Gemeinde gibt bekannt, unter welchen Voraussetzungen das möglich ist. Alle Teilnehmer müssen in einem geordneten Verhältnis zu Gott und ihren Mitmenschen leben.

6. Organe der Gemeinde

a. Die Gemeinde ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbständig innerhalb der Verfassung des Bundes.
b. Die Organe der Gemeinde sind die Gemeindeleitung und die Mitglieder-Versammlung.

7. Die Gemeindeleitung

a. Die Gemeindeleitung besteht aus mehreren Gemeindemitgliedern, die dazu von der Mitgliederversammlung in geheimer Wahl für die Dauer von vier Jahren berufen werden und wiederwählbar sind. Pastoren gehören für die Zeit ihres Dienstes in der Gemeinde zur Gemeindeleitung. Die Kassenverwaltung und Schriftführung sollte möglichst durch Mitglieder der Gemeindeleitung wahrgenommen werden.
b. Wer zur Gemeindeleitung gewählt wird, muss den dafür im Neuen Testament genannten persönlichen Voraussetzungen entsprechen und vom Vertrauen der Gemeinde getragen sein. Diese Voraussetzungen müssen für die gesamte Dauer der Dienstausübung bestehen.
c. Die Gemeindeleitung hat die Gemeinde geistlich zu führen, seelsorgerlich zu betreuen und organisatorisch zu leiten. Ihre organisatorische Verantwortung beinhaltet, die Gemeinde gemeinsam nach außen und gegenüber dem Bund zu vertreten, die laufenden Geschäfte zu führen, das Dienstverhältnis des Pastors zu regeln und über besondere Ausgaben bis zu einer von der Mitgliederversammlung festzusetzenden Höhe zu beschließen.
d. Die Gemeindeleitung kommt mit den Leitern der Klein- und Arbeitsgruppen zu regelmäßigen Arbeitsgesprächen zusammen; im übrigen sind die Arbeitsgruppen dienende Glieder der Gemeinde und der Gemeindeleitung verantwortlich.

8. Mitgliederversammlung

a. Die Mitgliederversammlung besteht aus sämtlichen Mitgliedern der Gemeinde. Sie ist von der Gemeindeleitung mindestens zweimal jährlich mit Bekanntgabe der Tagesordnung einzuladen sowie immer dann, wenn mindestens zehn vom Hundert der Mitglieder dies schriftlich mit Angabe der Gründe beantragen.
b. Die Mitgliederversammlung entscheidet über alle für das Gemeindeleben wichtigen Angelegenheiten, z.B. wählt sie die Gemeindeleitung und beruft ggf. Mitglieder daraus ab, sie beruft den Pastor auf Vorschlag der Gemeindeleitung und im Einvernehmen mit der Bundesleitung; sie beschließt über die Jahresrechnung und wichtige Einzelausgaben, sie erteilt dem Kassenverwalter Entlastung und nimmt Arbeits- und Rechenschaftsberichte entgegen.

9. Beschlussfassung

a. Alle Beschlüsse der Gemeinde und ihrer Organe sollen einstimmig gefasst werden. Ergibt sich nicht mindestens eine 2/3-Mehrheit der Anwesenden, so soll der Beschluss vertagt werden, bis nach intensivem Gebet und weiterem Überlegen eine eindeutige Mehrheit zu erwarten ist.
b. Die in der Mitgliederversammlung gefassten Beschlüsse sind für die Gemeindeleitung und die Arbeitsgruppen verbindlich.
c. Beschlüsse und wichtige Verhandlungen werden in Niederschriften festgehalten, und in der folgenden Zusammenkunft verlesen und genehmigt.
d. Die Mitgliederversammlung ist beschlussfähig, wenn mindestens 50 von Hundert aller Mitglieder anwesend sind.

10. Vermögensverwaltung

a. Die Mitglieder der Gemeinde leisten in Verantwortung vor Gott freiwillig und regelmäßig Beiträge, die ihrem Einkommen angemessen sind.
b. Die Gemeindekasse wird vom Kassenverwalter geführt. Sämtliche Eingänge und Ausgänge sind übersichtlich und gewissenhaft zu verbuchen. Das in Gemeindeveranstaltungen gesammelte Geld ist von zwei Gemeindemitgliedern zu zählen; der Betrag ist gegenzuzeichnen. Der Kassenverwalter berichtet der Gemeindeleitung über die laufende Kassenführung. Die Gemeindeleitung kann aus ihrer Mitte ein Mitglied beauftragen, Einsicht in die Kassenführung zu nehmen, auch um Mitglieder ermuntern zu können, die keine angemessenen Beiträge zahlen. Im übrigen besteht über die Gaben der einzelnen Gemeindemitglieder Schweigepflicht.
c. Die Gemeindekasse ist einmal jährlich durch zwei jeweils von der Mitgliederversammlung rechtzeitig zu beauftragende, geeignete Mitglieder zu prüfen. Die Kassenprüfer haben der Mitgliederversammlung über das Prüfungsergebnis zu berichten und mitzuteilen, ob sie Entlastung vorschlagen können.
d. Das Grundeigentum der Gemeinde wird durch die Grundstücks-Treuhandgesellschaft des Bundes, die Gemeinwohl-Immobilien-Gesellschaft mbH, verwaltet und ist auf deren Namen im Grundbuch eingetragen; die Gemeinde bleibt jedoch wirtschaftlich der verfügungsberechtigte Eigentümer.
e. Das Grundvermögen ist in Einnahmen und Ausgaben getrennt von der allgemeinen Jahresrechnung der Gemeinde zu verwalten.

11. Gemeinnützige Mittelverwendung

a. Alle Einnahmen der Gemeinden sind für die in dieser Gemeindeordnung genannten Aufgaben zu verwenden und dienen damit den in der Verfassung des Bundes beschriebenen Zwecken der Religionsgemeinschaft.
b. So weit es sich bei den Einnahmen um Spenden handelt, kann unter bestimmten Voraussetzungen darüber eine steuerlich verwertbare Bescheinigung ausgestellt werden .
c. Die Einnahmen der Gemeinde sind, soweit sie deren aufgabenmäßigen Zwecken dienen, nicht steuerpflichtig, weil die Gemeinde Bestandteil der Religionsgemeinschaft "Bund Freier evangelischer Gemeinden KdöR" ist. Wird ein Betrieb gewerblicher Art unterhalten ist dieser insoweit steuerpflichtig.
d. Mitglieder der Gemeinde erhalten keinerlei Zuwendungen aus Mitteln der Gemeinde. Möglich ist eine vorübergehende Unterstützung in einer wirtschaftlichen Notlage, die aus Mildtätigkeit einem Bedürftigen gewährt wird, wie sie auch Nichtmitgliedern gewährt werden kann.
e. Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln der Kommunen, des Landes oder der Bundesrepublik Deutschland werden nur von Fall zu Fall in Anspruch genommen und nur zur Mitfinanzierung solcher Investitionen oder anderer Zwecke, die auch nichtreligiösen Trägern für staatlich geförderte Aufgaben zustehen. Der Nachweis der Verwendung solcher Mittel ist nach den dafür geltenden gesetzlichen Vorschriften zu führen

12. Zusammenarbeit im Bund

a. Durch die Mitgliedschaft im Bund weiß die Gemeinde sich verpflichtet zur Zusammenarbeit mit anderen Freien evangelischen Gemeinden auf Kreis- und Bundesebene.
b. Die Gemeinde ist bemüht, im Rahmen ihrer Möglichkeiten die gemeinsamen Aufgaben in der Bundesgemeinschaft geistlich, finanziell und praktisch zu fördern.

13. Schlussbestimmungen

a. Änderungen dieser Gemeindeordnung und die Auflösung der Gemeinde können von der Mitgliederversammlung nur nach einer mit angemessener Frist vorausgegangenen Bekanntgabe der Tagesordnung und nur mit mindestens Dreiviertel-Mehrheit der Stimmen der anwesenden Mitglieder beschlossen werden. Falls nicht mindestens Dreifünftel aller Gemeindemitglieder anwesend sind, muss zu einer zweiten Mitgliederversammlung zu diesem Zweck mit Monatsfrist erneut eingeladen werden; diese Mitgliederversammlung ist in jedem Fall beschlussfähig.
b. Eine beabsichtigte Auflösung der Gemeinde ist unter Darlegung des Sachverhalts frühzeitig der Bundesleitung mitzuteilen, um deren Stellungnahme einzuholen.
c. Bei Auflösung der Gemeinde oder bei Änderung der Aufgaben der Gemeinde, die den Wegfall der Steuerbegünstigung zur Folge hat, stehen sämtliche Vermögenswerte dem Bund zu, der sie für seine Zwecke als Religionsgemeinschaft verwendet, vorrangig am Sitz der Ortsgemeinde.